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Von Robert B. Fishman

Vor drei Jahren erschoss ein Jugendlicher einen der bekanntesten Journalisten in der Türkei: Hrant Dink, Chefredakteur der armenisch- und türkischsprachigen Wochenzeitung AGOS. Weil sich Hrant Dink für mehr Demokratie in der Türkei und für die Rechte der armenischen Minderheit einsetzte, zog er sich den Hass türkischer Nationalisten zu. Immer noch bekommt die Redaktion Drohanrufe und Mails mit wüsten Beschimpfungen. Hrant Dinks Mörder steht seit Juli 2007 in Istanbul vor Gericht. Ein „jugendlicher Einzeltäter“, heißt es offiziell. Wer wirklich hinter dem Verbrechen steckt, weiß bis heute niemand genau. Militärs, Geheimdienstler oder das jüngst als Verschwörergruppe aufgedeckte Energekon-Netzwerk? Vermutungen und Spekulationen gibt es viele, Fakten wenige. Akten mit Hinweisen auf den Plan zum Mord an Hrant Dink waren vor dem Verbrechen bei der Staatsanwaltschaft angeblich verloren gegangen.

Türkische Offizielle reagieren nach wie vor gereizt auf Fragen nach dem Tod mehrere 100.000 Armenier in den Jahren 1915 bis 1917. Im März 2010 haben das US-Repräsentantenhaus und das schwedische Parlament mit jeweils einer Stimme Mehrheit die Vertreibung der Armenier aus Anatolien als Völkermord bezeichnet. Robert B. Fishman hat mit Hrant Dinks Nachfolger in der Agos-Redaktion Aris Nalci (sprich Nalce) in Istanbul gesprochen:AGOS, bitte copyright des Autors beachten

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