Schlagwörter

, , , , , , , ,

100.000e leben in Südafrika vom Straßenhandel – von der WM sind sie ausgeschlossen

Wir danken der Welt, dass sie Südafrika als Gastgeber für die WM ausgewählt haben.“ Jukeka Nkoginathi freut sich wie viele Südafrikaner auf das Fußball-Ergeignis des Jahres. Eine Eintrittskarte für eines der Spiele kann er sich wie die meisten seiner Landsleute nicht leisten und verdienen wird er an dem Spektakel kaum etwas. Da geht es dem jungen Mann aus Port Elizabeth nicht anders, als den meisten Südafrikanern. Mehr als drei Milliarden Euro hat allein der Staat für die WM-Infrastruktur ausgegeben, mehr als je zuvor ein WM-Austragungsland. Das meiste Geld floss in neue Stadien, die hinterher kaum mehr jemand brauchen wird.

Auch die Straßenhändler werden von der WM und ihren vielen Besuchern kaum profitieren. „Die FIFA hat ihnen den Zugang zu den Stadien verboten“, klagt Jukeka Nkoginathi. Auch im 800 Meter Umkreis um die Spielorte dürfen sie nichts verkaufen. Der Grund: Die FIFA will, dass nur ihre Lizenznehmer und Sponsoren den Umsatz mit den Fußballfans machen. „Nur akkreditierte Verkäufer“ heißt es offiziell beim Weltfußballverbands. Vor den Stadien dürfen fliegende, freie Händler „aus Sicherheitsgründen“ nichts verkaufen, obwohl viele Tausend südafrikanische Familien, vor allem die aus den Armenvierteln von den Einnahmen aus dem Straßenhandel leben müssen. Landesweit liegt die Arbeitslosigkeit bei rund 40%. Jukeka Nkoginathi setzt sich weiter für die Straßenhändler ein, bittet die Besucher, auch in die ärmeren Viertel zu kommen und schaut sich die WM-Spiele beim Public Viewing an. „Wenn mir irgendjemand hier in Deutschland ein Ticket für die deutschen Spiele besorgen könnte das wäre wunderbar.“

In meinem Beitrag kommt Jukeka ebenso zu Wort wie Südafrika-Experte Dieter Simon vom Koordinierungskreis Südliches Afrika beim Bielefelder Welthaus. Beide geben auch Tipps für die Fan-Reise…..

Advertisements