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Mit einem dreimonatigem Atomkraft-Moratorium versucht sich die schwarz-gelbe Bundesregierung geschickt über die Landtagswahlen zu retten. Die alten Meiler sind abgeschaltet. Nach den Wahlen reden wir weiter. Wenn CDU und FDP ihre Mehrheit vor allem in Baden-Württemberg behalten, werden die Atomkraftwerke weiter laufen. „Brückentechnologie“.
Frankreich im April 1986: Die Meldungen über den Atomunfall in Tschernobyl laufen auf den vermischten Seiten der Tageszeitungen. Während Deutschland Gemüse nur noch mit dem Geigerzähler isst, regt sich hier niemand auf. Im März 2011 das selbe Bild. Japan ist weit weg. War da was? Frankreich produziert drei Viertel seines Stroms mit Atomkraftwerken. Unfallgefahr? Atommüll? – scheint es nicht zu geben.

„Ich bin wirklich kein Linker“, schimpft ein Bauingenieur bei der Arbeit, aber Sarkozy, „der ist wie ein Hampelmann, der mit Kopf und Armen wackelt, wenn man draufdrückt“. Und die Atomkraftwerke? „Vergessen Sie’s“, sagt er mit einer abfälligen Handbewegung und wendet sich wieder seiner Arbeit zu. Eine Ausnahme hier im stramm konservativen Südosten, wo die Regierungspartei UMP fast alle Bürgermeister stellt und die Nationale Front FN regelmäßig zwischen 20 und 30 Prozent der Stimmen einfährt.

Nach zwei Tagen Dauerregen sind die Straßen im Städtchen Vallauris fast leer. Côte Morte statt Côte d’Azur. Bei dem Wetter geht kaum jemand vor die Tür. Das türkisblaue Meer bleigrau, der Himmel ebenso. „Il pleut comme vache qui pisse“, es regnet wie eine pinkelnde Kuh, sagen sie hier. Jetzt weiß ich warum. Seit mehr als 24 Stunden schüttet es wie aus Eimern.

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