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Manchmal bringen mich Kunden auf Themen, die ich selbst noch nicht entdeckt habe:

Was treibt unser Staat im Netz? Gemeint sind nicht unsere „Verfassungsschützer“, die zehn Jahre lang nicht mitbekommen haben (wollen), dass Neonazis mordend durch die Lande ziehen. Gemeint sind die netten Leute in Rathäusern und Landratsämtern, die unseren Dreck wegräumen (lassen), uns frisches Wasser liefern, Personalausweise ausstellen, Bauten genehmigen und viele andere Dinge tun, von denen wir nur etwas mitbekommen, wenn es nicht funktioniert oder wenn wir etwas aus dem Rathaus brauchen.

E-Government heißt das neudeutsche Schlagwort für staatliche Dienstleistungen im Internet. Den Ausweis online verlängern, Bücher in der Stadtbibliothek ausleihen, die Unterlagen für den Bauantrag oder eine neue Mülltonne bestellen u.s.w.. Viele Städte, Kreise und andere Behörden basteln an technischen Lösungen. Kaum etwas davon passt zusammen. So verheddert sich unsere deutsche Kleinstaaterei im Internet.

Was in Coburg oder Bonn funktioniert, kennt in Erlangen kaum jemand und was für Hamburger selbstverständlich ist, hat in Kiel noch niemand gehört (oder umgekehrt).

Lernen können wir von unseren Nachbarn:

In Estland ist der ganze Staat längst online. Die Leute wählen im Netz, zahlen ihr Parkticket per Mausklick (oder Handy-App) und mehr.

Auch die Österreicher (ja, die Ösis ;-)) sind weiter: Da kann man sich online mit dem Handy ausweisen und Anträge stellen, für die man in Deutschland immer noch ein ausgedrucktes Papier mit Original-Unterschrift braucht.

Niederländische Gemeinden und Provinzen haben zusammen mit der Zentralregierung einen Sozialwegweiser online gestellt, der Hilfesuchenden per Mausklick und Verlinkung auf die richtige Spur bringt. Den verstehe sogar ich als DAU (Dümmster Anzunehmender User 😉 , der Niederländisch nur rudimentär lesen kann.

Der Ansätze, Ideen und Konzepte sind es so viele, dass meine Recherche zum Thema ein vom Abgabetermin erzwungenes Ende finden wird. Wie bei den meisten komplexen Themen muss ich einen Text in dem Gefühl schreiben, noch längst nicht genug darüber zu wissen.

Viele Experten, die sich mit dem Thema befassen, wollen mehr als ein Rathaus im Internet: Open Data. Städte, Gemeinden, Land und Bund sollen ihre vielen Informationen frei zugänglich für alle ins Netz stellen. Dagegen steht (angeblich oder tatsächlich) der Datenschutz. Wer schützt da wen wovor….?

Das gefällt mir am Journalismus. Ich suche Antworten auf Fragen, die ich mir noch gar nicht gestellt habe 😉

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