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Überlebens- und andere Fragen 8. November 2009

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Politiker/innen kommen und gehen. Sie treffen Entscheidungen, die die Nachfolger/innen wieder umwerfen (können).  Jetzt sollen Steuersenkungen die  Wirtschaft ankurbeln und die Staatskasse füllen. Viele Wirtschaftswissenschaftler halten dagegen: „Steuersenkungen refinanzieren sich höchstens zu einem Drittel über mehr Wachstum.“ Glaubt Guido Westerwelle nicht? Nur 40% der Menschen in Deutschland  “verdienen“ so viel, dass sie überhaupt Einkommensteuer zahlen. Die Sozialabgaben und die Mehrwertsteuer, die voraussichtlich erhöht werden, zahlen fast alle. In den 80er Jahren hat es US-Präsident Ronald Reagan schon mal versucht: Steuern runter, Wachstum rauf, die so genannten Reaganomics. Ergebnis: Die höchste Staatsverschuldung, die die USA bis dato gesehen hatte. Solche Fehler kann man machen, gerne auch mehrfach. Teuer, aber revidierbar.

Fehler, die unsere Lebensgrundlagen zerstören, lassen sich irgendwann nicht mehr korrigieren.

„Wir berechnen Zusatzgewinne von 44 Mrd. Euro. Das betrifft eine Laufzeitverlängerung um zehn Jahre. Sie können natürlich deutlich mehr errechnen, wenn Sie das technische Potenzial voll ausschöpfen und um 25 Jahre verlängern würden. Dann liegen wir bei den konservativen Strompreis-Szenario bei 119 Milliarden Euro und bei dem progressiveren langfristig realistischen Strompreis bei bis 233 Milliarden Euro,“ rechnet Bernhard Jeggle von Landesbank Baden-Württemberg LBBW im Deutschlandfunk vor. Es geht um die Verlängerung der Laufzeit für die 17 deutschen Atomkraftwerke. Da fallen dann auch ein paar Euro für Wind- und Solarkraftwerke ab.

Aber: „billiger“ Atomstrom bremst den Ausbau der erneuerbaren Energien. Wenn jetzt der Ökostromanteil, wie von Schwarz-gelb politisch gewollt, noch weiter steigt, aus technischen Gründen die Atomkraftwerke aber nicht herunterregelt werden können und diese Meiler auch noch viele Jahre länger laufen, dann droht der rund um die Uhr anfallende Atomstrom nicht nur die Stromnetze verstopfen … 

Das Festhalten an der Atomkraft hält auch neue kleinere Stromanbieter davon ab, ihrerseits in neue moderne Kraftwerke zu investieren. Damit werden ausgerechnet die neuen Stromanbieter ausgebremst, die auf dem Strommarkt für mehr Wettbewerb und sinkende Preise sorgen sollen, berichtet der Deutschlandfunk in der Sendung „Hintergrund“.

Und wo hin mit dem strahlenden Müll? Hubert Weiger, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz BUND:

„… jedes Jahr Laufzeitverlängerung bedeutet 450 Tonnen hochradioaktive Abfälle zusätzlich, von denen bisher kein einziges Gramm irgendwo endgelagert ist.“ Und die Bundesregierung: Will budden (und beten?). Vielleicht findet sich ja irgendwann mal ein sicheres Endlager. Mit dem jahrtausendelang tödlich strahlenden Atommüll dürfen sich dann viele Generationen nach uns beschäftigen….  . Vom Risiko eines Unfalls in einem AKW oder eines Anschlags reden wir lieber nicht. Übrigens: Wären die Atomkraftwerke für solche Unfälle haftpflichtversichert, so wie es nach dem Gesetz jedes Auto sein muss, würde die Kilowattstunde Atomstrom rund 4 Euro kosten.

Quelle für die Zitate: http:// www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1063059/

Das Kilo Kaffee aus Katzendreck für 1200 Euro und 1 Milliarde Menschen, die nicht satt werden 4. November 2009

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1200 Euro für ein Kilo Kaffee aus Katzensch….

Das Besondere: dieser Kaffee wird aus echtem Katzenkot gemacht. Indonesien – Hier leben die indonesischen Zibetkatzen. Ihre Leibspeise: Kaffeekirschen. Allerdings können sie nur das Fruchtfleisch verdauen, die Kaffeebohnen selbst scheiden die Tiere wieder aus. Und genau das ist die Grundlage für den teuersten Kaffee der Welt…http://www.prosieben.de/tv/galileo/zusatzinfos/galileo-zusatzinfos-4-november-2009-1.1149235/tab-Lebensmittel/

und:

Von Jahr zu Jahr steigt die Anzahl der Menschen, denen nicht genügend zu essen haben. Die Zahlen der FAO (Oktober 2009) zeichnen ein erschreckendes Bild: 2009 sind es rund eine Milliarde Menschen, die hungern müssen…http://www.welthungerhilfe.de/hunger_spezial.html

auch Bielefeld hat jetzt ein barcamp: 20./21. Nov. 2009 in der Weltstadt am Teutoburger Wald 3. November 2009

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„Du kannst vortragen, was Du möchtest, aber bitte in höchsten 20 Minuten.“ –  “Un-Konferenz“ nennen die Barcamper ihr Konzept. Wer ein Thema hat, meldet sich. Wenn sich genügend Teilnehmer/innen dafür interessieren, entsteht daraus ein Panel, also ein Referent/in und die Zuhörer/innen. Nie Methode erinnert an Open Space und ähnliche offene Formen von Kommunikationsveranstaltungen. Die Grenzen zwischen Vortragenden und Zuhörer/inn/en werden durchlässig. Sie lernen voneinander. Klingt spannend, mal schauen, was draus wird…. http://www.barcampbielefeld.mixxt.de

 

31. Oktober 2009

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… hier kommt der Werbeblock: Einsteiger/innen/seminar Freie Journalisten am 12./13.12.09 im vorweihnachtlich-besinnlichen Berlin 15. Oktober 2009

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…. immer lustig und vergnügt, bis… die Kohle alle ist oder wie überlebe ich als freier Journalist. Nach 20 Jahren im Job kann ich viel erzählen, gerne auch Dir und Ihnen im Seminar Freie Journalisten…. Natürlich haben wir auch kompetente Referenten eingeladen, einen vom Arbeitsamt, einen Versicherungsspezi und….

http://www.pressenetzwerk.de/index.php?option=com_content&view=article&id=116&Itemid=110

Seminar für NachwuchsjournalistInnen auf dem Weg in den freien Journalismus
12. – 13. Dezember 2009

Krise, Krise, aber nicht bei mir? Ob Gruner & Jahr oder der WDR- Verlage und Sender bauen Stellen ab. In den Redaktionen bleibt immer mehr Arbeit an immer weniger fest Angestellten hängen. Die Chance für freie Journalist/innen. Für den Sprung in die Selbstständigkeit gibt es in unserem Seminar den passenden Fallschirm: Künstlersozialkasse, VG Wort, Überbrückungsgeld, Steuern, Versicherungen, Büroausstattung Verwaltung, netzwerken und vor allem verkaufen, verkaufen, verkaufen…und das möglichst mehrfach an Print, Hörfunk Fernsehen Online und an PR-Auftraggeber. Dann steht der großen Freiheit (fast) nichts mehr im Wege.

Das Seminar findet in den Räumen der Tageszeitung taz statt.

Die Teilnahmegebühr beträgt 250 €. Darin enthalten sind eine Übernachtung im Einzelzimmer sowie das Abendessen am 12. Dezember.

Seminarleiter Robert B. Fishman arbeitet seit 20 Jahren frei für Printmedien, Hörfunk und Bildagenturen.

Frei zu werden ist nicht schwer,
frei zu sein dagegen sehr
Grüß Gott, ich fotografiere fürs Radio.

P.S.: Dank dem lieben, ratlosen(?) Kollegen http://www.freischreiber.de/klaus-martin hier im Bild für das Foto….

… vergiftete Seelen… 15. Oktober 2009

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… ein goldener Oktobertag, mit dem Fahrrad auf dem Weg in die Stadt, am Wegesrand ein Aufsteller-Schild: „Vorsicht Baumfällarbeiten“, dann ein Hubwagen, der vier Fünftel des Weges versperrt, daneben zwei Männer in Warnwesten mit Helm auf dem Kopf, einer spricht mich an „Was meinen Sie, warum das Schild hier steht?“ und ohne eine Antwort abzuwarten: „Das ist eine Gefahr. Sie können hier doch nicht einfach vorbeifahren. Da steht doch ein Hubwagen.“Ich: „Man kommt doch dran vorbei“. Seine Schimpftirade höre ich nicht mehr, bin weitergefahren…. Ja, er ist wichtig, er trägt eine städtische (Arbeits)uniform…..  vor ein paar Wochen auf einem Fernbahnsteig unter freiem Himmel:  Ein Mann raucht etwa zehn Schritte außerhalb des mit weißer Farbe auf den Bahnsteig markierten Raucherbereichs. Ein anderer Wartender schnauzt ihn an „Hier ist Rauchverbot“. Ich: „Wir sind doch draußen und wo ist der Unterschied, ob der Mann nun hier oder zehn Schritte weiter rechts raucht?“ Er:  “Mich stört es. Außerdem sind Regeln dazu da, dass sie eingehalten werden.“  S-Bahnhof München-Solln im September 2009: Jugendliche prügeln auf einen Mann ein. Als er schon reglos am Boden liegt, treten sie so lange auf ihn ein, bis er tot ist. Den Polizeiermittlungen zufolge standen etwa zehn Passanaten auf dem Bahnsteig und schauten zu, ohne etwas zu unternehmen.

Meine späte Karriere als Fernsehstar ;-) 15. Oktober 2009

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Gestern (Mi. 14.10.) lief im NDR-Medienmagazin „Zapp“ das Stück über „Die Not der freien Journalisten“. Am Montag war die Autorin mit einem Kamerateam fünf Stunden hier, viele Einstellungen, viele Aufnahmen, vieles nochmal, Interviews und Drehs im WDR-Hörfunkstudio, in der Fußgängerzone und bei mir im Büro. Was draus geworden ist steht hier auf der Seite unter Links und unter:

http://www3.ndr.de/flash/zapp/interactivePlayer.html?xml=zappsendung142-interactiveBroadcasts.xml&sr=zapp&bid=journalist102

Im Blog der Sendung „Zappenduster“ habe ich folgenden Kommentar hinterlassen:

Von 5 Stunden Dreh und vielen Gesprächen vor der Kamera sind im Beitrag ein paar Sekunden übrig geblieben.  Die Arbeitsbedingungen für freie Journalisten werden tatsächlich schwieriger: immer weniger Geld für immer mehr Arbeit. Themen, Texte, Fotos und Radioaufnahmen mehrfach zu verwerten, wie ich es in dem Beitrag sage, löst das Problem nur zum Teil. Die Ansprüche der Redaktionen steigen trotz sinkender oder stagnierender Honorare. Der Wettbewerb um Hörer/innen, Zuschauer/innen und Leser/innen wird schärfer. Deshalb wollen sich die Redaktionen profilieren, in dem sie andere Themen anders aufbereiten, als die „Konkurrenz“.  So wird es für die freien Journalisten schwieriger, die gleiche Geschichte an mehrere Abnehmer zu verkaufen.

Gleichzeitig müssen die Redaktionen mit immer weniger Angestellten immer mehr produzieren. So hat dort kaum noch jemand Zeit, sich die Themenvorschläge der „Freien“ anzusehen und darauf zu reagieren. Ich verschicke Angebote, telefoniere hinterher, erreiche die Redakteurin oder den Redakteur mit viel Glück beim 10. oder 15. Versuche um dann zu erfahren, dass er oder sie „noch keine Zeit hatte, den Themenvorschlag zu lesen“. Das geht so oft über Wochen, manchmal über Monate bis das Thema vielleicht gar nicht mehr aktuell ist. Viele Redaktionen wollen gar keine Angebote mehr, weil sie kein Budget dafür haben oder weil niemand die Zeit findet, sich mit den Vorschlägen zu beschäftigen.

Warum das alles? Das Mediengeschäft wandert ins Internet ab. Die Leute lesen, gucken und hören online. Deshalb kaufen sie immer weniger Zeitungen und Zeitschriften. Die Anzeigenkunden folgen den Leser/innen ins Netz. Aber im Internet verdienen nur sehr wenige Verlage Geld. So versuchen sie, ihre Kosten zu verringern, indem sie Redakteure entlassen und Stellen streichen. Dazu kommt der Shareholder-Value-Druck auf die Verlagsmanager. Die meisten Verlage sind an der Börse notiert. Wenn die Rendite sinkt, fällt der Aktienkurs und der Manager zittert um seinen Job. Oft reicht es schon, die Erwartungen der Anleger nicht zu erfüllen. Selbst satte Gewinne lassen die Aktienkurse sinken, weil „Anleger mehr erwartet hatten“.

Die Internet-User haben sich derweil daran gewöhnt, im Netz alles kostenlos zu bekommen. Warum also zahlen. Und wie soll man kleine Summe, etwa 1 oder 2 Euro für einen Artikel (wie es die Süddeutsche Zeitung zum Beispiel anbietet) online abrechnen? Noch fehlt ein einfaches, schnelles und kostengünstiges Bezahlsystem im Internet.

Für freie Journalisten lohnt es sich nicht, online-Content (also Texte, Fotos etc. fürs Internet) zu liefern. Die Honorare sind noch niedriger, als bei gedruckten Medien. Und: was einmal im Netz für alle zugänglich steht, druckt niemand mehr. Weiterverwerten kann ich Online-Texte also nicht. Genug gejammert, muss weitermachen ;-)

Wolle und Wind: Die Hebriden-Inseln Harris und Lewis 26. Juni 2009

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Schafe und Lämmer

Inseln am wollenen Faden

Sie spazieren über Wiesen an türkisblau leuchtenden Meeresbuchten, sie trotzen dem Sturm, der über die Hügel fegt, und knabbern an den spärlichen Grashalmen im Moor: Auf den Inseln findet man schwarz-weiße Wollknäuel hinter jeder Kurve, am Straßenrand oder mitten auf der Fahrbahn. Autofahrer warten, bis die Schäfchen langsam zur Seite trotten – schließlich liefern die Tiere den Menschen auf Harris ihren wichtigsten Rohstoff: Wolle.

Wolle und Wind

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Die Farben der Inseln, das Türkis und Blaugrau des Atlantiks, das dunkle Grau der Felsen, das Grün der immerfeuchten Wiesen, das leuchtende Blau des Himmels, das erdige Braun des Moores und der Bruchsteinhäuser auf Lewis: All das findet sich in den Stoffen und Mustern des Harris Tweed aus der Wolle der Inselschafe wieder.

Weber am Webstuhl

Den Stoff dafür liefern seit Generationen Weber wie Callum MacLeod….

http://www.dw-world.de/dw/article/0,,4303112,00.html

„Geldzählen und andere wichtige Sachen…“ Welterbe Stralsund 26. Juni 2009

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Mächtige Backsteinkathedralen liegen wie gestrandete Schiffe am Ufer. Zu ihren Füßen verlieren sich Gassen zwischen Giebelhäusern aus dem Mittelalter: In Stralsund finden Touristen viele Sehenswürdigkeiten.

Mai 1370: Nach jahrelangen Kriegen erklärt sich das mächtige Dänemark zum Frieden mit der Hanse bereit. Die Unterhändler des Königs unterschreiben im Rathaus zu Stralsund den Friedensvertrag, der als „Friede von Stralsund“ in die Geschichte eingeht. Im Hafen liegen reich beladene Schiffe mit Waren aus ganz Europa. Stralsund ist eine der reichsten Städte Europas.

Historische Stadtführungen zeigen das Leben von damals

Historische Häuser in Stralsund Das Stralsunder Rathaus ist wie die Kinder: große Klappe, nichts dahinter“, zitiert Stadtführerin Helga-Lisa Meyfarth einen Schnack, also einen Spruch, aus der Hansezeit. In der Tracht einer hanseatischen Kaufmannsfrau aus dem 14. Jahrhundert zeigt sie Touristen ihre Stadt.

„Wenn ich dann mit meiner Dienstmagd hier durch das Langhaus ging, hatte ich natürlich keinen Einkaufskorb am Arm, den hatte meine Dienstmagd. Ich musste die Hände frei haben für andere Dinge, das Geld zählen und solcherlei wichtige Sachen.“…..

www.dw-world.de/dw/article/0,,3989724,00.html

Stromdiät für den Rechenknecht 26. Juni 2009

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